Ratgeber › Schwierige chinesische Laute für Deutschsprachige
Die schwierigsten chinesischen Laute für Deutschsprachige (und wie du sie übst)
Maca Laoshi, Chinesischlehrerin (Mandarin)
Aktualisiert am 25. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Als Deutschsprachige hast du Glück: ü, sch, ng, h, das z (ts) und die Aspiration von p, t, k gibt es im Deutschen schon. Schwierig sind meist: (1) Pinyin b, d, g, die stimmlos und unbehaucht sind; (2) das r, das nicht dein uvulares deutsches r ist; (3) die Retroflexe zh, ch, sh; (4) j, q, x; (5) der Vokal e und das „i“, das nicht wie i klingt; (6) -n und -ng sauber trennen; und vor allem (7) die Töne. Jeder Laut kommt mit einem deutschen Vergleichswort, chinesischen Beispielen und einer Übung.
Dein Vorteil
Fünf Dinge, die du schon kannst: Das deutsche ü ist derselbe vordere gerundete Vokal wie das Pinyin-ü. sch (/ʃ/) hilft bei sh und zh. Das ng von „Ring“ ist das chinesische -ng. Das h gibt es. Und das deutsche z ist ein /ts/, wie das Pinyin-z und -c. Außerdem sind Fortis-Verschlusslaute im Deutschen in vielen Varietäten behaucht, ähnlich dem Hauch bei Pinyin p, t, k.
| Schwierigkeit | Laut | Warum es schwerfällt |
|---|---|---|
| 1 | b, d, g | Im Deutschen werden sie lenis gesprochen; Pinyin b, d, g sind stimmlos und unbehaucht |
| 2 | r | Das deutsche r ist meist uvular; das chinesische ist retroflex |
| 3 | zh, ch, sh | Die Zungenspitze liegt weiter hinten als bei „sch“ |
| 4 | j, q, x | Ähneln deutschen Lauten, sind aber andere |
| 5 | e und das „i“ nach z, c, s, zh, ch, sh, r | Die Buchstaben täuschen |
| 6 | -n und -ng | Sie müssen auch im Auslaut klar getrennt bleiben |
1. b, d, g gegen p, t, k
Im Chinesischen unterscheiden sich b und p, d und t, g und k durch Aspiration (einen Hauch Luft), nicht durch Stimmhaftigkeit. b, d, g sind stimmlos und unbehaucht; p, t, k haben den Hauch. Wenn du b, d, g wie in „Ball“, „Dach“, „Gold“ sprichst, sagst du etwas anderes. Besser passt das p in „Spiel“, das t in „Stein“ und das k in „Skat“ (nach s fällt der Hauch weg). Pinyin p, t, k sprichst du dagegen wie in „Pass“, „Tag“, „Kuss“, mit deutlichem Hauch.
| Ohne Hauch | Mit Hauch | Merkhilfe |
|---|---|---|
| 爸 bà (Papa) | 怕 pà (sich fürchten) | b wie p in „Spiel“, p wie in „Pass“ |
| 大 dà (groß) | 他 tā (er) | d wie t in „Stein“, t wie in „Tag“ |
| 狗 gǒu (Hund) | 口 kǒu (Mund) | g wie k in „Skat“, k wie in „Kuss“ |
Übung: Halte ein Blatt Papier vor den Mund. Bei p, t, k muss es sich bewegen, bei b, d, g kaum. Sprich bà-pà, dà-tā, gǒu-kǒu zehnmal.
2. r: nicht dein r
Das deutsche r ist meist ein uvularer Reibelaut, hinten im Hals. Das chinesische r ist ein stimmhafter retroflexer Reibelaut: wie ein stimmhaftes „sch“ mit zurückgebogener Zunge (热 rè, heiß; 人 rén, Mensch). Es hat nichts mit dem Hals zu tun und wird nicht gerollt.
Übung: Sprich ein langes „sch“, leg die Zungenspitze etwas zurück und schalte die Stimme dazu.
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Zur App3. zh, ch, sh: Zunge nach hinten
sh klingt wie „sch“, aber die Zungenspitze liegt weiter hinten und oben. zh ist ein stimmloses, unbehauchtes „tsch“ ohne Stimmton (nicht das „dsch“ von „Dschungel“); ch ist dasselbe mit Hauch.
| Pinyin | Beispiel | Wird oft verwechselt mit |
|---|---|---|
| zh | 知道 zhīdào (wissen) | z: 字 zì (Schriftzeichen) |
| ch | 吃 chī (essen) | c: 次 cì (Mal) |
| sh | 是 shì (sein) | s: 四 sì (vier) |
Übung: Sprich „sch“, halte die Zunge und zieh sie ein Stück zurück: shì. Wiederhole sì-shì, zì-zhī, cì-chī.
4. z, c, s und das „i“ danach
Das Pinyin-z ist ein unbehauchtes „ts“, das c dasselbe mit Hauch (在 zài, 菜 cài). Dein deutsches z ist ein /ts/ und passt also, nur der Hauch ist der Unterschied. Das s ist stimmlos, wie in „Hass“, nicht wie das weiche s in „Sonne“. Nach z, c, s, zh, ch, sh und r klingt das „i“ nicht wie i: Der Konsonant summt weiter. 四 sì ist nicht 西 xī.
5. j, q, x
Sie entstehen mit der flachen Zunge am harten Gaumen und stehen nur vor i oder ü. j ist unbehaucht (家 jiā, Haus), q behaucht (七 qī, sieben). x liegt zwischen dem ich-Laut und „sch“ (西 xī, Westen); es ist nicht das x von „Hexe“.
Übung: Sprich „i“ mit breitem Lächeln und drücke Luft zwischen Zunge und Gaumen: xī. Wiederhole jī-qī-xī.
6. Der Vokal e
Das e in 饿 è (hungrig) und 喝 hē (trinken) ist weder das e von „See“ noch das Schwa von „Bitte“. Geh von „o“ aus und nimm die Lippenrundung weg. In ie, ei und üe ist es ein normales e: 谢 xiè.
7. -n und -ng
Du hast ng im Deutschen (Ring, lang), das Chinesische ist da also vertraut: 放 fàng. Wichtig ist, -n wirklich als Konsonant zu sprechen, mit der Zungenspitze oben, und nicht zu „ng“ werden zu lassen.
| -n | -ng |
|---|---|
| 饭 fàn (Mahlzeit) | 放 fàng (stellen) |
| 新 xīn (neu) | 星 xīng (Stern) |
| 人 rén (Mensch) | 冷 lěng (kalt) |
Übung: Bei fàn endest du mit der Zungenspitze an den oberen Zähnen; bei fàng bleibt die Zunge hinten und die Luft geht durch die Nase.
8. Die Töne
Das Deutsche nutzt die Tonhöhe für die Intonation, nicht für die Unterscheidung von Wörtern. Im Chinesischen gehört der Ton zum Wort: 买 mǎi (kaufen) und 卖 mài (verkaufen). Beginne mit den 4 Tönen, übe dann Tonpaare und achte auf den dritten Ton. Zum Prüfen jeder Silbe dient die Pinyin-Tabelle; den allgemeinen Überblick gibt der Ratgeber zur Aussprache.
So übst du allein
- Ein Laut nach dem anderen. Zwei bis drei Tage pro Laut.
- Minimalpaare. bà-pà, sì-shì, lù-lǜ, fàn-fàng.
- Nimm dich auf und vergleiche mit einer Aufnahme eines Muttersprachlers, Silbe für Silbe.
- Übe in Wörtern (siehe chinesische Vokabeln lernen), nicht nur in einzelnen Silben.
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Vergleiche mit dem Deutschen sind Näherungen: Die Aussprache variiert je nach Region. Prüfe immer mit Audio eines Muttersprachlers.
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Häufige Fragen
Welche chinesischen Laute sind für Deutschsprachige am schwierigsten?
Meist die Pinyin-Laute b, d, g (stimmlos und ohne Hauch), das r, die Retroflexe zh, ch, sh, die Laute j, q, x, der Vokal e und die Töne. Das ü, die Aspiration, sch und ng kennst du dagegen aus dem Deutschen.
Gibt es das chinesische ü im Deutschen?
Ja: Das deutsche ü ist derselbe Laut, ein vorderer gerundeter Vokal /y/. Das ist ein echter Vorteil.
Ist das Pinyin-b wie das deutsche b?
Nein. Pinyin b, d, g sind stimmlos und unbehaucht. Näher liegt das p in „Spiel“, das t in „Stein“ und das k in „Skat“ als das b in „Ball“.
Hilft mir die Aspiration im Deutschen?
Ja, teilweise: Die Fortis-Verschlusslaute p, t, k sind im Deutschen in vielen Varietäten behaucht. Das entspricht dem Hauch bei Pinyin p, t, k.
Wie übe ich allein?
Mit Minimalpaaren (bà und pà), mit Aufnahmen deiner Stimme im Vergleich zu Muttersprachlern und mit einem Laut pro Tag oder alle paar Tage.
Maca Laoshi, geboren in Peking, unterrichtet seit über 22 Jahren Mandarin-Chinesisch und hatte mehr als 1.500 Schülerinnen und Schüler. Mit ihrem Sohn Manu Shi, der über 93.000 Abonnenten auf YouTube hat, hat sie Macalaoshi entwickelt, eine App, die dich herausfordert, dich Zeichen für Zeichen zu steigern. Nur wenige Chinesischlehrer haben beides: eine eigene App und einen solchen Kanal.
Quellen
- Wikipedia, Standard Chinese phonology: b/d/g sind unbehauchte stimmlose Verschlusslaute, p/t/k behaucht; zh/ch/sh/r sind retroflex; j/q/x sind alveolopalatal; ü ist /y/; -n und -ng; apikale Vokale nach z/c/s und zh/ch/sh/r.
- Wikipedia, Standard German phonology: ü ist /yː/; /ʃ/ (sch), /ts/ (z), /ŋ/ (ng) und /h/ sind Standardlaute; ich-Laut [ç] und ach-Laut [x]; Fortis-Verschlusslaute sind in vielen Varietäten behaucht; /r/ meist uvular.
- MDBG (CC-CEDICT): Pinyin und Bedeutung der Beispielwörter.
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